Familie Gut

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>> Wie viel Glück ertragen Sie?<<

„Zulange hat man uns eingeredet- und haben wir treuherzig geglaubt-, dass die Suche nach dem Glück uns schließlich das Glück bescheren wird.“ (Paul Watzlawik)

Eine Bilderbuchfamilie lebt ihre Schrebergartenidylle bis zur Unerträglichkeit. Ihr Glück ist vollkommen bis zum Erbrechen, gemeinsam stecken sie in der Zwangsjacke der Gemütlichkeit.

Selbst das Eingeständnis des Sohnes, homosexuell zu sein, kann sie nicht abbringen von ihrem Weg der Gesundheit, der Reinlichkeit, des Erfolges.
Durch die geniale Erfindung, Ananas als Speicher von Sonnenenergie, wächst die Familie monströs über sich hinaus- bis in den Weltraum.

Schlussendlich winkt die größte vorstellbare Belohnung: das ewige Leben.

„Was kann man von einem Menschen...erwarten? Überschütten Sie ihn mit allen Erdengütern, versenken Sie ihn in Glück bis über die Ohren, bis über den Kopf, so dass an die Oberfläche des Glücks wie zum Wasserspiegel nur noch Bläschen aufsteigen, geben Sie ihm ein pekuniäres Auskommen, dass ihm nichts anderes zu tun übrig bleibt, als zu schlafen, Lebkuchen zu vertilgen und für den Fortbestand der Menschheit zu sorgen – so wird er doch, dieser selbe Mensch, Ihnen auf der Stelle aus purer Undankbarkeit, einzig aus Schmähsucht einen Streich spielen...“
Friedrich Nietzsche

Horst Richter, Familientherapeut und Autor des Buches “Patient Familie“, würde diese Familie wohl als „Hysterische Familie vom Typus Theater“ diagnostizieren:
„Ein Familie, die auf permanente Vermeidung von Angst vor Isolation, Schwäche und Elend ausgerichtet ist. Der wahre Feind ist die graue Realität, die es durch eine Showwelt zu bekämpfen gilt, denn hinter dem so kunstvoll konstruierten Modell einer faszinierenden Illusion lauert die Depression.

Wer innerhalb der Familie danach fahndet, das Illusionäre, Übertriebene und Flüchtige zu entlarven, würde sich selbst als Spielverderber ächten. Also lassen sich zurückhaltende, stillere Mitglieder einer hysterischen Familie darauf ein, wenigstens eine unbedeutendere Charge in dem Familienspiel zu übernehmen.“

„Die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst.“ (Paul Watzlawik)

Joakim Pirinen ist Autor und Cartoonist.

Regie: Erik Jan Rippmann

Mit Alfred Pfeifer, Susanne Altschul, Marion Baier und Dominik Kaschke

 

Pressestimmen: "Punktet als Erstaufführung. Zwei Stunden konzentriertes Theater, das sich lohnt." Kleine Zeitung

                                 "Virtuos zwischen Normalität und Verrücktheit." Kronenzeitung