Patriot

Patriot
Das neue Theaterstück von Bernd Liepold-Mosser setzt sich mit der Ideologie des"Kärntnertums" auseinander. Alles was "typisch" ist oder sein sollte wird deskonstruiert und seziert. Im Zentrum dabei stehen Auszüge aus Perkonigs Roman "Patrioten", welche in Textsamples eingebettet sind und in einem fiktiven Monolog über Leben und politische Verstrickungen münden.
 

Es spielen/igrajo

Maximilian Achatz, Mihi Krištof, Erik Jan Rippmann, Aleksander Tolmaier

Zweisprachige Aufführung/dvojezična predstava.
 

Aufführungstermine/termini predstav:

19./20./21./25./26.10. und 2./3./4./5.11. jeweils 20 Uhr, Theater Halle 11, Messeplatz 1/11, Klagenfurt/Celovec

Pressestimmen KTZ:

Die Rechtfertigung eines Feiglings ...

"Patriot" - in Silben zerlegt, als Sprechspiel, samt Echo, bei dem sich natürlich Patriot auf Idiot reimt ... Dazu eine Kriegs-Choreographie und - eine nie gehaltene Rede eines Dichters, der sich als Feigling sieht ...

Maja Schlatte

Klagenfurt Wenn das elektronisch eingespielte und von Tonc Feinig sehr bewusst hineinkomponierte, etwas synthetische Sound-Muuuh die "scheanen Liadlan" übertönt, sowohl die slowenischen als auch die deutschen, dann steht ein blau angestrahltes Wolkerl im Raum, das sich langsam auflöst und vier Männergestalten den Platz zum Textspiel freigibt - dem ersten Teil des Perkonig-Triptychons, das im Theater Halle 11 Premiere hatte (Auftraggeber Slowenischer Kulturverband, Autor und Regisseur Bernd Liepold-Mosser). Da schwirren Statements und Sprüche durch die Luft, die einem samt und sonders aus den tagesaktuellen Politikseiten bekannt ans Ohr klatschen, ein Textpuzzle zur "Lage" im Lande und den Sprüchen zur Zweisprachigkeit und deren jeweiligen Trägern. Dann schlüpfen die vier Herren (Max Achatz, Erik Jan Rippmann, Mihi Kristof und Aleksander Tolmaier) wirklich gekonnt in Figuren, die durch jeweils eigene Gangart und Attitüde das Pathos aus der Romandramatisierung raustreiben und das Hinterfragen hineintreiben, in die Urängste und Ereignisse um das Ende des Ersten Weltkrieges, den Abwehrkampf, die Hitler-Zeit und die Zeit danach. Leider versagt die Untertitelungsmaschine am Anfang - die Verständlichkeit leidet, für jene, die nicht zweier Sprachen mächtig sind. Tja, dramaturgisch völlig dienlich, so ists im Land ...
Der letzte Teil ist ein Monolog, wie ihn Josef Friedrich Perkonig gehalten haben könnte: Er erzählt seine Lebensgeschichte, erzählt vom slowenischen Vater und vom nie angekommenen Brieg anlässlich der Aussiedelung slowenischer Familien. Erzählt es, nachdem er von seinen Gedichten an den Führer berichtet hat. Sagt: Ich bin der erfolgreiche Dichter. Und wenig später: Ich bin ein Feigling. Dass derselbe Schauspieler zuvor den "Beivogel", den angepassten Mitläufer, spielte, ist kein Zufall. Der Perkonig-Rechtfertigungsmonolog zeigt die Schwächen und Probleme, die bis heute allüberall im Lande nachwirken, auf beiden Seiten. Zum Nachdenken. Ohne dass ein Zeigefinger es einmahnt ...