War Room
Die drei Spindoktoren John, Jim und George wollen einem Politiker zum Wahlsieg verhelfen, selbst dann noch, als dieser noch vor dem Wahltag aus dem Leben scheidet.
Währende John, der Cowboy sich ganz auf die Ängste der Wähler konzentriert, ist für den Yuppie Jim die Visualisierung und Personalisierung seiner Marke für den Wahlsieg entscheidend. George, der Astronaut schwebt als Praktikant durch die Unendlichkeit seines sinnlosen Daseins, in der Hoffnung, eines Tages auch mal die Wichtigkeit und Beachtung seiner großen Vorbilder zu erlangen. Der Einzige, der in diesem Spiel von Schein und Sein nie in Erscheinung tritt, ist der Spitzenkandidat selbst.
Zum Stück:
Im heutigen Wahlkampf ist das wie weitaus entscheidender geworden als das was. Im modernen Politainment stehen Visualisierung und Personalisierung im Vordergrund, während das Parteiprogramm meist nur mehr zur Orientierungshilfe der eigenen Parteibasis dient. Themen werden nur dann gespielt, wenn sie durch demoskopische Erhebungen auf ihre Popularität in der Wählerschaft überprüft worden sind. Auf politischen Tagungen diskutieren Wahlkampfmanager und Pressesprecher darüber, ob ein inhaltlicher Wahlkampf überhaupt sinnvoll und zielführend ist. Denn schließlich haben die Demoskopen erhoben, dass die Wirkungsfaktoren bei Fernsehauftritten zu 90% die Optik des Kandidaten und die Form der Sprache sind, während der gesprochene Inhalt mit weniger als 10% eigentlich zu vernachlässigen ist.
(...) Je mehr sich politische Programme ähneln, umso entscheidender wird die Verpackung, wird die Vermarktung durch Spin Doctors. Die Marketing- und Kommunikationsstrategen rücken allerdings nicht nur die Kandidaten und ihr politisches Programm ins richtige Licht, sondern zunächst einmal sich selbst (...)
aus „Spin Doktoren“ von Edith Meinhart und Ulla Schmid
Stück und Regie: Erik Jan Rippmann
Mit: Proschat Madani, Kathrin Beck und Doris Hindinger





